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Geographische Stadtforschung

 
Unter dem Einfluss der fortschreitenden Globalisierung vollziehen Städte und Metropolregionen einen tiefgreifenden Wandel. Sie verändern sich sowohl im Hinblick auf ihre Form und Größe als auch hinsichtlich der sie prägenden sozialen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Strukturen und Prozesse. Innerhalb Europas gelten Metropolregionen als Innovationszentren und Motoren der wirtschaftlichen Entwicklung.
 
In der Humangeographie beschäftigen sich mehrere Forschungsarbeiten mit aktuellen Entwicklungen in Städten und Metropolregionen. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Konstruktion von Metropolräumen durch alltägliche Praktiken. Weiterhin werden Aspekte der Raumwahrnehmung sowie der räumlichen Planung, der Steuerung, der raumbezogenen Konflikte und der gesellschaftlichen Partizipation an raumgestaltenden Prozessen untersucht. Mit Hilfe von verschiedenen und teilweise auch praxisorientierten Ansätzen werden Fragen der nachhaltigen Stadtentwicklung bearbeitet, so beispielsweise im Hinblick auf gesellschaftliche Transition in der Stadt und ihrem Umland und der Anpassung an den Klimawandel.
 

Projekte mit Bezug zu Geographischer Stadtforschung


  • Resilienzforschung und -entwicklung in den Environmental Humanities.
    Projektleitung
    Fünfgeld H
    Laufzeit
    01.10.2020 bis 30.09.2021
    Beschreibung
    Environmental Humanities" ist ein neues Schlagwort, mit dem Geisteswissenschaften ihre Bereitschaft demonstrieren, sich in den vor allen von Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern geführten Kampf gegen die globale Umweltkrise einzubringen. Der Forschungsschwerpunkt verfolgt dabei eine doppelte Zielsetzung: Zunächst soll untersucht werden, wie die Geisteswissenschaften resilienter gegenüber den Herausforderungen werden können, die sich aus der Veränderung akademischer Werte und neuer Hochschulpolitik seit dem beginnenden 20. Jahrhundert ergeben. Wir sind überzeugt davon, dass eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Geistes- und Umweltwissenschaften besondere Chancen eröffnet, und setzen uns daher zum Ziel, Möglichkeiten zur Kooperation zu identifizieren und zu stärken. Zugleich gehen wir davon aus, dass die Resilienzforschung eines derjenigen Forschungsfelder darstellt, in der eine solche Zusammenarbeit besonders vielversprechend ist. Aus diesem Grund nehmen unsere Forschungsprojekte die Herausforderung "Resilienz" aus verschiedenen disziplinären Perspektiven in den Blick und erproben zugleich interdisziplinäre Ansätze. Bislang wurde das Konzept der Resilienz, das seinen Ursprung in den Umweltwissenschaften hat und schnell von Soziologie und Psychologie übernommen wurde, von nur wenigen geisteswissenschaftlichen Disziplinen augegriffen. Dennoch sind wir überzeugt, dass das Konzept auch in anderen Diskursen in den Geisteswissenschaften gewinnbringend anwenden lässt, da es insbesondere die Debatte über die Fähigkeit von Individuen und Kollektiven zum Fortbestehen erleichtert. Evi Zemanek vom Institut für Medienwissenschaften, die Historikerinnen Sabine Dabringhaus und Melanie Arndt sowie Hartmut Fünfgeld vom Institut für Geographie werden ein Team von Freiburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und internationalen Forscherinnen und Forschern zusammenbringen.
    Ansprechpartner
    Fünfgeld H
    Email: hartmut.fuenfgeld@geographie.uni-freiburg.de
    Finanzierung
    Freiburg Institute of Advanced Studies
  • Mobilität im Alltag: Aktivitäten, Einschätzungen und Perspektiven
    Projektleitung
    Freytag T, Gössling S
    Laufzeit
    01.06.2020 bis 31.05.2022
    Beschreibung
    Mobilität ist für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil des Alltags. Mobil zu sein bedeutet, einzukaufen, sich zu versorgen, Freizeitbeschäftigungen oder beruflichen Tätigkeiten nachzugehen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Daher sind auch Fragen der Lebensqualität und des Wohlbefindens eng damit verknüpft, dass Mobilität ermöglicht und erleichtert wird. In diesem Zusammenhang sind seit einigen Jahren im Zuge der Digitalisierung rasante technologische Entwicklungen zu verzeichnen. Das Forschungsprojekt „Mobilität im Alltag: Aktivitäten, Einschätzungen und Perspektiven“ hat zum Ziel, als Grundlage für die Entwicklung neuer Mobilitätskonzepte die vielfältigen Gewohnheiten, Wünsche und Erwartungen der Bevölkerung in Bezug auf die Nutzung von Mobilitätsangeboten besser kennenzulernen. Denn Mobilität verändert sich je nach Lebensphase, Haushaltssituation, Wohnstandort und den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben. Im Rahmen dieses Projekts wird im Sommer 2020 eine fragebogenbasierte Umfrage in ausgewählten Quartieren der Stadt Freiburg und in einigen Gemeinden des Freiburger Umlands durchgeführt.
    Ansprechpartner
    Prof. Dr. Tim Freytag
    Tel.: +49(0)761 203-8970
    Email: tim.freytag@geographie.uni-freiburg.de
  • Erlebte Orte und Momente der Muße im europäischen Städtetourismus der Gegenwart (Teilprojekt P1 im SFB 1015)
    Projektleitung
    Freytag T
    Laufzeit
    01.01.2017 bis 31.12.2020
    Beschreibung
    Das Projekt wird im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Muße. Grenzen, Raumzeitlichkeit, Praktiken“ durchgeführt. Es hat zum Ziel, verschiedene Ausprägungen von Muße im Kontext des Städtetourismus zu fassen und als urbanes Phänomen zu reflektieren. Für eine Auswahl von drei führenden städtetouristischen Destinationen in Europa (Barcelona, Florenz und Paris) wird zunächst ein aus neun deutschsprachigen Reiseführern bestehendes Textkorpus konzipiert und inhalts- und diskursanalytisch ausgewertet. Darauf aufbauend und unter Einbezug von Travel-Blogs und tourismusstatistischen Sekundärdaten werden in den drei Städten (jeweils 20-30) halbstrukturierte Leitfadeninterviews mit deutschsprachigen Reisenden und andere empirische Erhebungen durchgeführt und diese im weiteren Verlauf des Teilprojekts analysiert.
    Ansprechpartner
    Clara Sofie Kramer
    Tel.: +49(0)761 203-3502
    Email: clara.kramer@geographie.uni-freiburg.de
    Finanzierung
    Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)