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Gesellschaft für Geographie und Ethnologie in Freiburg/Breisgau

Die Gesellschaft für Geographie und Ethnologie in Freiburg/Breisgau (bis Juni 2012 Gesellschaft für Länder- und Völkerkunde Freiburg i.Br.) bietet seit 1964 in jedem Wintersemester ein Vortragsprogramm zu einem Rahmenthema an. Die Vorträge beruhen auf Forschungsarbeiten der Vortragenden und vermitteln Einblicke in die Arbeitsfelder von Geographie und Ethnologie. Damit ergänzen sie für die Studierenden das Lehrangebot; für eine breite interessierte Öffentlichkeit bieten die Vorträge kompetente Einblicke und Hintergrundinformationen.

Kontakt

 

Gesellschaft für Geographie und Ethnologie in Freiburg/Breisgau
Erste Vorsitzende: Prof. Dr. Annika Mattissek
Zweite Vorsitzende: Prof. Dr. Judith Schlehe
Schriftführerin: Janika Kuge
Kasse: Carola Fricke

Anschrift

 

Albert-Ludwigs Universität Freiburg
c/o Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie, Prof. Dr. A. Mattissek
79098 Freiburg i.Br.
Tel: +49 (0)761 203 9242 (Sekr.)
E-Mail: annika.mattissek@geographie.uni-freiburg.de
https://geographie.uni-freiburg.de/de/struktur-kontakt/gesellschaft-geo-ethno/

Chronik

 

Von der Geographischen Gesellschaft zur Gesellschaft für Geographie und Ethnologie – 90 Jahre Vermittlung erdräumlicher Erkenntnisse

von Prof. Dr. Jörg Stadelbauer (i.R.)

Zweimal wurde unter Mitwirkung der Universitätsdisziplin Geographie eine Gesellschaft gegründet, die ihre Aufgabe darin sah, aktuelle Forschungsergebnisse aus allen Gegenden der Welt einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln, 1925 als Geographische Gesellschaft, 1964 als Gesellschaft für Länder- und Völkerkunde, 2012 umbenannt in Gesellschaft für Geographie und Ethnologie. Seit über 90 Jahren besteht damit in Freiburg – von einer kurzen Zwischenzeit abgesehen – ein Forum für die Popularisierung wissenschaftlicher Geographie und Ethnologie.

Die 1925 gegründete Geographische Gesellschaft Freiburg suchte eine breite gesellschaftliche Einbindung. Aus heutiger Sicht ist sie nicht unumstritten, weil man sie bisweilen als ein Organ sieht, das ein verengtes nationales Denken tradierte. Tatsächlich wurden einige Vortragsveranstaltungen in Kooperation mit der Oberbadischen Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft organisiert; manche Vortragsthemen entsprachen dem kolonialen Denken, das nach dem Versailler Friedensvertrag auflebte und in die nationalsozialistische Zeit hinein getragen wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ Professor Friedrich Metz, der 1945 wegen seiner Nähe zum NS-Regime und wegen seiner Beziehungen zum Elsass vom Amt suspendiert, 1953 aber als Verfechter des Südweststaates rehabilitiert und auf einen neu geschaffenen Lehrstuhl berufen worden war, die Popularisierung der geographischen Wissenschaft wieder aufleben. In Ergänzung zu den landeskundlichen Vortragsveranstaltungen des Alemannischen Instituts sollten Strukturen und Entwicklungen in fernen Ländern vorgestellt werden. Mit einem Vortrag von Hermann Lautensach über Korea nahm die Geographische Gesellschaft 1951 ihre Tätigkeit wieder auf. In der Regel fanden die Vorträge im zwei- bis dreiwöchigen Turnus statt und führten namhafte Fachvertreter nach Freiburg vor ein interessiertes Publikum – der damals größte Hörsaal (Hörsaal 1, jetzt 1010 im heutigen Kollegiengebäude I) mit rund 500 Plätzen war regelmäßig gefüllt. Die Gesellschaft erlosch, nachdem Friedrich Metz Ende 1960 bald nach seiner Emeritierung den Vorsitz niederlegte.

Doch Freiburg blieb nicht lange ohne Geographische Gesellschaft: 1964 griff die Gesellschaft für Länder- und Völkerkunde die Tradition auf, setzte allerdings durch die Verbindung mit der Ethnologie einen anderen Schwerpunkt. Initiator war der Geograph Professor Wolfgang Weischet, der Unterstützung bei Professor Rolf Herzog, dem 1964 nach Freiburg berufenen Völkerkundler, fand. Die Zuordnung der beiden geographischen Institute und des Instituts für Völkerkunde zur Geowissenschaftlichen Fakultät erleichterte ab 1970 die Zusammenarbeit. Wieder wurden in jedem Wintersemester fünf bis sechs Vorträge angeboten, darunter wenigstens ein ethnologischer. Lag in den ersten Jahren der Hauptakzent auf thematischer Vielfalt, so wählte die Mitgliederversammlung seit den 1980er Jahren jeweils ein Rahmenthema, zunächst regionaler, dann zunehmend problemorientierter Art. Seit den 1990er Jahren wurden studentische Berichte von Auslandsexkursionen in das Programm einbezogen. Ein Grundgedanke, der die Konstruktion der Gesellschaft bestimmte, lässt sich aus der Zusammensetzung des Vorstandes ablesen: Solange der Vorstand aus fünf Personen bestand, sollte jeweils einer der Vorsitzenden aus der Geographie, ein weiterer aus der Ethnologie und der dritte aus dem Bereich der Schule kommen. Noch heute haben Schulklassen bzw. Kurse der gymnasialen Oberstufe freien Zugang zu den Vorträgen. Ab 1990 wurde der Vorstand auf vier Mitglieder verkleinert, 2012 folgte die Umbenennung in Gesellschaft für Geographie und Ethnologie

Vortragsprogramme