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Geographische Stadtforschung

 
Unter dem Einfluss der fortschreitenden Globalisierung vollziehen Städte und Metropolregionen einen tiefgreifenden Wandel. Sie verändern sich sowohl im Hinblick auf ihre Form und Größe als auch hinsichtlich der sie prägenden sozialen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Strukturen und Prozesse. Innerhalb Europas gelten Metropolregionen als Innovationszentren und Motoren der wirtschaftlichen Entwicklung.
 
In der Humangeographie beschäftigen sich mehrere Forschungsarbeiten mit aktuellen Entwicklungen in Städten und Metropolregionen. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Konstruktion von Metropolräumen durch alltägliche Praktiken. Weiterhin werden Aspekte der Raumwahrnehmung sowie der räumlichen Planung, der Steuerung, der raumbezogenen Konflikte und der gesellschaftlichen Partizipation an raumgestaltenden Prozessen untersucht. Mit Hilfe von verschiedenen und teilweise auch praxisorientierten Ansätzen werden Fragen der nachhaltigen Stadtentwicklung bearbeitet, so beispielsweise im Hinblick auf gesellschaftliche Transition in der Stadt und ihrem Umland und der Anpassung an den Klimawandel.
 

Projekte mit Bezug zu Geographischer Stadtforschung


  • Politische und soziale Transformationen der städtischen Nacht
    Projektleitung
    Freytag T
    Laufzeit
    01.01.2018 bis 31.12.2019
    Beschreibung
    Während der vergangenen Jahrzehnte haben gesellschaftliche und politische Veränderungen den Status der „Nacht in der Stadt“ in den meisten Ländern Europas tiefgreifend verändert. Die fortschreitende „Vernächtlichung“ einer wachsenden Zahl von gesellschaftlichen Praktiken und wirtschaftlichen Aktivitäten hat einen Wandel der Nacht von einer toten Zeit hin zu einem wirtschaftlich produktiven und gesellschaftlich interessanten Zeit-Raum bewirkt. Die Ausweitung der nächtlichen Freizeit- und Vergnügungsaktivitäten in den Städten ist mit gesellschaftspolitischen, wirtschaftlichen, planerischen und wissenschaftlichen Fragen und Herausforderungen verbunden, die im Rahmen des beantragten Projekts am Beispiel der mittelgroßen Städte Freiburg und Montpellier behandelt werden sollen. Darüber hinaus soll das Projekt den wissenschaftlichen Austausch unter Einbezug von Post-Docs, Doktorand*innen und Master-Studierenden fördern und den Aufbau eines europäischen Forschungsnetzwerk ermöglichen. In einer Verbindung von raumbezogenen, gesellschaftlichen und institutionellen Perspektiven verfolgt dieses Projekt zwei Ziele. Erstens geht es um ein besseres Verständnis der Prozesse und Besonderheiten, die charakteristisch sind für die Entwicklung des Nachtlebens in einem raumbezogenen Kontext, der bisher nur wenig Beachtung gefunden hat. Zweitens soll bewertet werden, wie die lokalen Behörden auf diese Veränderungen reagieren, indem die Maßnahmen und öffentlichen Politiken untersucht werden, die zum Ziel haben, den neuen Bedürfnissen und Problemen zu begegnen, die durch diese Veränderungen hervorgerufen wurden. Diese Fragestellungen sind offensichtlich in theoretische Zusammenhänge eingebettet, aber für ihre Beantwortung ist es erforderlich, sie im Rahmen einer konsequenten empirischen Analyse zu untersuchen und dabei einen komparativen Ansatz zu verfolgen. In Deutschland dient die Stadt Freiburg als Untersuchungsstandort, während die Forschungsarbeiten in Frankreich in der Stadt Montpellier durchgeführt werden. Es handelt sich um zwei mittelgroße Universitätsstädte, die durch das Vorhandensein eines bedeutenden Nachtlebens geprägt sind. Zur Untersuchung dieser beiden Standorte werden qualitative und quantitative Methoden eingesetzt. Die Projektpartner führen einen Teil der empirischen Forschungsarbeiten gemeinsam durch. Sie ergänzen sich hinsichtlich ihrer fachlichen und methodischen Kenntnisse und werden sich im Projektverlauf regelmäßig austauschen und Workshops sowie eine internationale Konferenz ausrichten. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit werden nicht nur durch wissenschaftliche Publikationen und Vorträge verbreitet, sondern auch mittels Zwischen- und Abschlussberichten sowie Zusammenfassungen den lokalen Akteuren zugänglich gemacht. Die Projektpartner verbindet ein langjähriges Forschungsinteresse an der Transformation europäischer Städte. Das Projekt bietet neben dem wissenschaftlichen Erkenntnisinteresse auch geeignete Möglichkeiten zur praktischen Verwertung der Forschungsergebnisse. Denn die lokalen Akteure erhalten durch die Bereitstellung der Forschungsergebnisse ein besseres Verständnis der aktuellen Transformations­prozesse der nächtlichen Urbanität. Weiterhin erhalten sie Anregungen und Unterstützung für die Entwicklung geeigneter Maßnahmen zur Begleitung der Aushandlung und Governance städtischer Räume.
    Ansprechpartner
    Freytag T
    Tel.: +49(0)761 203-8970
    Email: tim.freytag@geographie,uni-freiburg.de
    Finanzierung
    Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
  • Erlebte Orte und Momente der Muße im europäischen Städtetourismus der Gegenwart (Teilprojekt P1 im SFB 1015)
    Projektleitung
    Freytag T
    Laufzeit
    01.01.2017 bis 31.12.2020
    Beschreibung
    Das Projekt wird im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Muße. Grenzen, Raumzeitlichkeit, Praktiken“ durchgeführt. Es hat zum Ziel, verschiedene Ausprägungen von Muße im Kontext des Städtetourismus zu fassen und als urbanes Phänomen zu reflektieren. Für eine Auswahl von drei führenden städtetouristischen Destinationen in Europa (Barcelona, Florenz und Paris) wird zunächst ein aus neun deutschsprachigen Reiseführern bestehendes Textkorpus konzipiert und inhalts- und diskursanalytisch ausgewertet. Darauf aufbauend und unter Einbezug von Travel-Blogs und tourismusstatistischen Sekundärdaten werden in den drei Städten (jeweils 20-30) halbstrukturierte Leitfadeninterviews mit deutschsprachigen Reisenden und andere empirische Erhebungen durchgeführt und diese im weiteren Verlauf des Teilprojekts analysiert.
    Ansprechpartner
    Clara Sofie Kramer
    Tel.: +49(0)761 203-3502
    Email: clara.kramer@geographie.uni-freiburg.de
    Finanzierung
    Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • The Knowledge Politics of Experimenting with Smart Urbanism (Teilprojekt P1 im SFB 1015)
    Projektleitung
    Freytag T
    Laufzeit
    01.09.2016 bis 31.08.2019
    Beschreibung
    The aim of the joint research project to be conducted with partners from leading universities in Europe is to further develop a theoretical and empirical understanding of how smart urbanism experiments are re-shaping urban knowledge politics in European cities. The project proposes a symmetrical analysis of formal, corporate-led initiatives and informal, grassroots-led initiatives, as well as hybrid combinations. Together we refer to these as smart urbanism experiments. First, an interdisciplinary and comparative theoretical framework is developed on the knowledge politics of smart urbanism experimentation. This framework advances perspectives from critical urban geography, science and technology studies and socio-technical transitions literature. Second, the project will apply and test the framework in 8 European cities in the UK, the Netherlands, Germany, France and Spain to gain deep empirical understanding of contemporary (formal and informal) smart urbanism. Finally, this provides the opportunity to actively contribute to shaping contemporary debates on smart urbanism. The project supports cross-national, comparative analysis for refining and debating the initial theoretical framework in various settings.
    Ansprechpartner
    PD Dr. Philipp Späth
    Tel.: +49(0)761 203-3725
    Email: spaeth@envgov.uni-freiburg.de
    Finanzierung
    Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)