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Bildungs- und Sozialgeographie

 
Das Bildungswesen nimmt eine zentrale Position innerhalb der modernen Wissensgesellschaft ein. Schulen und weiterführende Bildungseinrichtungen dienen nicht nur der Qualifikation und Integration, sondern fungieren zugleich als Mechanismen einer sozialen Selektion und Reproduktion.
 
Es lässt sich beobachten, dass bildungsbezogene Disparitäten eine ausgeprägte räumliche Dimension besitzen. Dies gilt ebenso für den Zugang zu Wissen und Bildung, wie für den Bildungserfolg und den Übertritt zu höheren Bildungseinrichtungen. Aus humangeographischer Perspektive besteht ein besonderes Interesse darin, ethnisch-kulturelle Aspekte des Bildungswesens zu beleuchten und z.B. der Frage nachzugehen, weshalb Bildungsteilnehmerinnen und -teilnehmer mit so genanntem Migrationshintergrund häufig mit besonderen Schwierigkeiten beim Bildungserwerb konfrontiert sind. Auf der Grundlage verschiedener bildungs- und wissensgeographischer Forschungsarbeiten und Dissertationen sowie der aktiven Mitarbeit im „Arbeitskreis Bildungsgeographie der Deutschen Gesellschaft für Geographie“ ist in den vergangenen Jahren u.a. das bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft veröffentlichte Lehrbuch „Bildungsgeographie“ hervorgegangen.
 

Projekte mit Bezug zu Bildungs- und Sozialgeographie


  • Forschungskolleg "Neues Reisen - Neue Medien"
    Projektleitung
    Korte B, Tauschek M, Holdenried M, Freytag T
    Laufzeit
    01.01.2018 bis 31.12.2022
    Beschreibung
    Am Forschungskolleg „Neues Reisen – Neue Medien. Zirkulationen zeitgenössischer Reiseerfahrung zwischen Praxis und Repräsentation“ sind die Disziplinen Anglistik, Germanistik, Humangeographie und Kulturanthropologie bzw. Europäische Ethnologie sowie eine Reihe von Praxispartnern beteiligt. Das Kolleg untersucht die Zirkulationen und Interdependenzen von Praxis, Erfahrung und Repräsentation in heute aktuellen Formen des Reisens und seiner medialen Vermittlung. Eine Besonderheit des Kollegs ist die enge Verzahnung von Promotionsprojekten und beruflicher Praxis.
    Ansprechpartner
    Prof. Dr. Tim Freytag
    Tel.: +49(0)761 203-8970
    Email: tim.freytag@geographie.uni-freiburg.de
    Finanzierung
    VolkswagenStiftung
  • Politische und soziale Transformationen der städtischen Nacht
    Projektleitung
    Freytag T
    Laufzeit
    01.01.2018 bis 31.12.2019
    Beschreibung
    Während der vergangenen Jahrzehnte haben gesellschaftliche und politische Veränderungen den Status der „Nacht in der Stadt“ in den meisten Ländern Europas tiefgreifend verändert. Die fortschreitende „Vernächtlichung“ einer wachsenden Zahl von gesellschaftlichen Praktiken und wirtschaftlichen Aktivitäten hat einen Wandel der Nacht von einer toten Zeit hin zu einem wirtschaftlich produktiven und gesellschaftlich interessanten Zeit-Raum bewirkt. Die Ausweitung der nächtlichen Freizeit- und Vergnügungsaktivitäten in den Städten ist mit gesellschaftspolitischen, wirtschaftlichen, planerischen und wissenschaftlichen Fragen und Herausforderungen verbunden, die im Rahmen des beantragten Projekts am Beispiel der mittelgroßen Städte Freiburg und Montpellier behandelt werden sollen. Darüber hinaus soll das Projekt den wissenschaftlichen Austausch unter Einbezug von Post-Docs, Doktorand*innen und Master-Studierenden fördern und den Aufbau eines europäischen Forschungsnetzwerk ermöglichen. In einer Verbindung von raumbezogenen, gesellschaftlichen und institutionellen Perspektiven verfolgt dieses Projekt zwei Ziele. Erstens geht es um ein besseres Verständnis der Prozesse und Besonderheiten, die charakteristisch sind für die Entwicklung des Nachtlebens in einem raumbezogenen Kontext, der bisher nur wenig Beachtung gefunden hat. Zweitens soll bewertet werden, wie die lokalen Behörden auf diese Veränderungen reagieren, indem die Maßnahmen und öffentlichen Politiken untersucht werden, die zum Ziel haben, den neuen Bedürfnissen und Problemen zu begegnen, die durch diese Veränderungen hervorgerufen wurden. Diese Fragestellungen sind offensichtlich in theoretische Zusammenhänge eingebettet, aber für ihre Beantwortung ist es erforderlich, sie im Rahmen einer konsequenten empirischen Analyse zu untersuchen und dabei einen komparativen Ansatz zu verfolgen. In Deutschland dient die Stadt Freiburg als Untersuchungsstandort, während die Forschungsarbeiten in Frankreich in der Stadt Montpellier durchgeführt werden. Es handelt sich um zwei mittelgroße Universitätsstädte, die durch das Vorhandensein eines bedeutenden Nachtlebens geprägt sind. Zur Untersuchung dieser beiden Standorte werden qualitative und quantitative Methoden eingesetzt. Die Projektpartner führen einen Teil der empirischen Forschungsarbeiten gemeinsam durch. Sie ergänzen sich hinsichtlich ihrer fachlichen und methodischen Kenntnisse und werden sich im Projektverlauf regelmäßig austauschen und Workshops sowie eine internationale Konferenz ausrichten. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit werden nicht nur durch wissenschaftliche Publikationen und Vorträge verbreitet, sondern auch mittels Zwischen- und Abschlussberichten sowie Zusammenfassungen den lokalen Akteuren zugänglich gemacht. Die Projektpartner verbindet ein langjähriges Forschungsinteresse an der Transformation europäischer Städte. Das Projekt bietet neben dem wissenschaftlichen Erkenntnisinteresse auch geeignete Möglichkeiten zur praktischen Verwertung der Forschungsergebnisse. Denn die lokalen Akteure erhalten durch die Bereitstellung der Forschungsergebnisse ein besseres Verständnis der aktuellen Transformations­prozesse der nächtlichen Urbanität. Weiterhin erhalten sie Anregungen und Unterstützung für die Entwicklung geeigneter Maßnahmen zur Begleitung der Aushandlung und Governance städtischer Räume.
    Ansprechpartner
    Freytag T
    Tel.: +49(0)761 203-8970
    Email: tim.freytag@geographie,uni-freiburg.de
    Finanzierung
    Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
  • Erlebte Orte und Momente der Muße im europäischen Städtetourismus der Gegenwart (Teilprojekt P1 im SFB 1015)
    Projektleitung
    Freytag T
    Laufzeit
    01.01.2017 bis 31.12.2020
    Beschreibung
    Das Projekt wird im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Muße. Grenzen, Raumzeitlichkeit, Praktiken“ durchgeführt. Es hat zum Ziel, verschiedene Ausprägungen von Muße im Kontext des Städtetourismus zu fassen und als urbanes Phänomen zu reflektieren. Für eine Auswahl von drei führenden städtetouristischen Destinationen in Europa (Barcelona, Florenz und Paris) wird zunächst ein aus neun deutschsprachigen Reiseführern bestehendes Textkorpus konzipiert und inhalts- und diskursanalytisch ausgewertet. Darauf aufbauend und unter Einbezug von Travel-Blogs und tourismusstatistischen Sekundärdaten werden in den drei Städten (jeweils 20-30) halbstrukturierte Leitfadeninterviews mit deutschsprachigen Reisenden und andere empirische Erhebungen durchgeführt und diese im weiteren Verlauf des Teilprojekts analysiert.
    Ansprechpartner
    Clara Sofie Kramer
    Tel.: +49(0)761 203-3502
    Email: clara.kramer@geographie.uni-freiburg.de
    Finanzierung
    Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)