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Projektstudie im MSc. Globaler Wandel

Hinweis zur Projektstudie


Der Studiengang beinhaltet als eines der zentralen Elemente eine Projektstudie. In der Projektstudie bearbeiten Sie ein geographisches Forschungsthema bzw. eine geographische Fragestellung vor Ort. Nach gemeinsamen Vorbereitungsarbeiten in Freiburg forschen und recherchieren Sie im Gelände teilweise zu selbstgewählten, teilweise zu vorgegebenen Fragestellungen eigenständig, in Gruppen und unter Anleitung und Hilfestellung der Dozentinnen und Dozenten.

Die Projekstudie ist für das zweite und dritte Semester angesetzt. Entsprechend den Terminen der Aufenthalte (teilw. an klimatisch günstige Zeiträume gebunden) können sich Verschiebungen im Studienverlaufsplan ergeben.

Wir bemühen uns Zuschüsse für die Exkursion und die Projektstudie einzuwerben, jedoch gelingt dies nicht immer. Rechnen Sie bitte damit, dass Sie die gesamten Kosten für die Exkursion und Projektstudie tragen müssen. Trotz sorgfältiger Planung kann es vorkommen, dass Sie keinen Platz in Ihrer Lieblings-Projektstudie bekommen und einer alternativen Projektstudie zugewiesen werden.

Geplante Projektstudien (bei Studienbeginn WS 20/21)


Für Studierende, die den Masterstudiengang im Wintersemester 2020/21 beginnen, werden im Sommersemester 2021 zwei verschiedene Projektstudien angeboten, von denen sie eine belegen sollen.

Bei inhaltlichen Fragen kontaktieren Sie bitte die durchführende Dozentin / den durchführenden Dozenten. Bei Fragen bzgl. des Studienablaufs, Anrechenbarkeiten etc. kontaktieren Sie bitte den Fachstudienberater des Masterstudiengangs.

Geplante Projektstudie Option A

Tourismus im Schwarzwald – Projektstudie im Sommersemester 2021

Prof. Dr. Tim Freytag, Dr. Cornelia Korff und Nora Winsky



Thematische Schwerpunkte

Der Schwarzwald zählt zu den ältesten und bedeutendsten touristischen Destinationen in Mitteleuropa. Inhaltlich beschäftigt sich die Projektstudie „Tourismus im Schwarzwald“ mit gesellschaftlichen Veränderungen im Zuge des globalen Wandels, die im Bereich des Tourismus sichtbar und greifbar werden. Es geht also nicht nur um Veränderungen im Bereich des Tourismus (z.B. Image und Vermarktung der Destination Schwarzwald oder neue Formen des Outdoor-Tourismus), sondern auch um demographische, ökonomische und umweltbezogene Veränderungen. Am Beispiel ausgewählter Standorte im mittleren und südlichen Schwarzwald wird herausgearbeitet, welche aktuellen Herausforderungen (z.B. im Hinblick auf Regionalentwicklung, Wettbewerbsfähigkeit und Naturschutz) bestehen und wie die damit verbundenen Interessen- und Nutzungskonflikte ausgehandelt werden. Dabei wird sich zeigen, dass die beteiligten einheimischen Akteure an verschiedenen Standorten unterschiedliche Ziele verfolgen und Maßnahmen ergreifen (z.B. Spezialisierung oder Multifunktionalität), die gleichermaßen auf physisch-materieller, symbolisch-repräsentativer und akteursbezogener Ebene wirksam werden.

Inhalte und Ablauf

Die Studierenden werden bereits voraussichtlich Ende April oder Anfang Mai 2021 zu einem ersten Vorbereitungstreffen zusammenkommen. Während des Sommersemesters 2021 wird ein dreiwöchiges Blockmodul (voraussichtlich Block 5, zweite Julihälfte) stattfinden, in dem einschlägige Forschungsliteratur und geeignete methodische Kenntnisse der qualitativen Sozialforschung sowie voraussichtlich unter Einbeziehung des Medienzentrums der Universitätsbibliothek einführende Grundlagen von crossmedia (Verknüpfung von Video, Ton und Text) vermittelt und erarbeitet werden. Dabei ist vorgesehen, dass die Studierenden individuelle Schwerpunkte setzen, die entweder auf theoretisch-konzeptioneller oder methodischer Ebene oder im Bereich von crossmedia angesiedelt sind. Den Kern der Projektstudie bildet der zweiwöchige Studien- und Forschungsaufenthalt im Schwarzwald (voraussichtlich 13. – 24.9.2021). Vor Ort werden die Studierenden überwiegend in Kleingruppen und eigenständig mittels sozialwissenschaftlicher Methoden und Instrumente eigene Erhebungen und Analysen an ausgewählten Standorten durchführen und in verschiedenen crossmedia-Formaten dokumentieren. Im Wintersemester 2021/2022 wird die Dokumentation der eigenen Arbeiten weiter ausgearbeitet und abschließend präsentiert.

Kosten

Die Kosten für die Teilnahme an der Projektstudie werden sich auf ca. 400 Euro (Übernachtung und Transport vor Ort) belaufen. Hinzu kommen Kosten für Hin- und Rückreise sowie Verpflegung, die von den Studierenden vor Ort zu tragen sind. Die Bereitstellung einer genauen Kostenübersicht erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

als pdf

Geplante Projektstudie Option B

Geomorphologie und alpine Naturgefahren im Zuge des globalen Wandels - Das Kaunertal in den österreichischen Alpen – Projektstudie im Sommersemester 2021

Jun.-Prof. Dr. Jan Blöthe



Thematische Schwerpunkte

Die Gebirgsregionen der Erde unterliegen derzeit drastischen Veränderungen. Einerseits sind hier die Auswirkungen des globalen Klimawandels, wie etwa steigende Temperaturen, veränderte Niederschlagsmuster und/oder schwindende Wasserressourcen, besonders ausgeprägt. Zum anderen stehen diese Räume unter einem starken Nutzungsdruck, der sich zum Beispiel durch große Bevölkerungsdynamik, Intensivierung der Landwirtschaft, steigenden Energiebedarf, wachsende touristische Nutzung und den Wandel traditioneller Strukturen zeigt. Die Auswirkungen des Klimawandels stellen in Form von Naturgefahren (z.B. gravitative Massenbewegungen, Starkniederschläge, u.v.m.) für die Bewohner von Gebirgsregionen ein hohes Risiko dar. Im Kaunertal, einem Seitental des Inntals in den österreichischen Alpen, lassen sich viele Aspekte der Anpassung eines Hochgebirgssystems an sich ändernde Umweltbedingungen beobachten. So führt der enorme Massenverlust des Gepatschferners, des zweitgrößten Gletschers Österreichs, zum Beispiel zur Freisetzung von großen Mengen an unkonsolidiertem Material, das zur verstärkten Sedimentation des zur Wasserkraft genutzten Gepatschstausees führt. Zudem wirkt sich der Rückgang der Gletscher, aber auch die Veränderung der Niederschlagsmuster auf das Abflussverhalten der Flüsse aus, betrifft aber nicht zuletzt auch den Wintertoursimus in der Region. Des Weiteren begünstigt der auftauende Permafrost in der Region verbreitet Hanginstabilitäten, zunehmende Starkniederschläge lassen Murgänge und Sturzfluten zu einer immer häufiger auftretenden Naturgefahr werden. Die Projektstudie „Geomorphologie und alpine Naturgefahren im Zuge des globalen Wandels“ geht der übergeordneten Frage nach, wie sich natürliche Prozesse und deren negative Folgen für den Menschen (Naturgefahren) im Zuge des globalen Wandels in den Alpen entwickeln. Die besonders hohe Sensitivität von Hochgebirgsräumen gegenüber klimatischen Veränderungen, aber auch die intensive Nutzung durch den Menschen im touristischen, landwirtschaftlichen und energiewirtschaftlichen Sektor macht das Kaunertal zu einem sehr spannenden Studiengebiet. Ziel der Projektstudie ist es, in Kleingruppen verschiedene Aspekte der Auswirkungen des globalen Wandels auf das Hochgebirgssystem Kaunertal im Gelände zu untersuchen. Dabei sind rezente Gletscherschwankungen, Permafrostdegradation alpine Sedimentdynamik und gravitative Massenbewegungen mögliche Untersuchungsgegenstände, aber auch die Wechselwirkungen dieser Veränderungen mit dem Menschen.

Inhalte und Ablauf

Zur Vorbereitung der Projektstudie wird im Laufe des Wintersemesters eine Vorbesprechung stattfinden. Im Rahmen einer Blockveranstaltung im Verlauf des Sommersemesters 2021 werden zunächst grundlegende Aspekte der Auswirkungen des Klimawandels auf natürliche Hochgebirgssysteme gemeinsam erarbeitet. Zudem werden die Studierenden im Seminarraum oder anhand von kleineren Geländeübungen in der Region einige der in den Alpen anzuwendenden Methoden kennenlernen. In einer gemeinsamen Geländephase im Spätsommer 2021 werden wir eine Woche im Kaunertal sein und Daten für die im Seminar definierten Forschungsprojekte erheben. Die Geländephase beinhaltet längere Wanderung im Hochgebirge und erfordert daher körperliche Fitness und eine entsprechende Ausrüstung (u.a. knöchelhohe Wanderschuhe, warme und regendichte Bekleidung). Die Anfahrt erfolgt voraussichtlich gemeinsam in Kleinbussen, die Übernachtung wird in Ferienwohnungen mit Selbstverpflegung organisiert. Die Datenerhebung im Gelände wird in kleineren Gruppen stattfinden. Im Verlauf des Wintersemesters 2021/22 sollen die Gruppen die Ergebnisse dann dokumentieren und zielorientiert im Sinne einer Projektarbeit auswerten. Eine prägnante Präsentation der in Forschungsberichten zusammengetragenen Ergebnisse wird in einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung im Wintersemester erfolgen.

Kosten

Die voraussichtlichen Kosten werden sich auch ca. 400 € pro Person belaufen. Eine detaillierte Kostenübersicht, sowie eine genaue Bekanntgabe des Zeitraumes der Geländearbeiten im Kaunertal erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

als pdf.

Laufende Projektstudien (SS 2020)


Laufende Projektstudie Option A

Akteursbezogene Anpassung an den Klimawandel: Handlungsspielräume und Planungsprozesse in Baden-Württemberg

Prof. Dr. Hartmut Fünfgeld



Thematische Schwerpunkte

Die Projektstudie „Akteursbezogene Anpassung an den Klimawandel“ befasst sich mit Handlungsstrategien und Planungsprozessen zur Anpassung an den Klimawandel in Baden- Württemberg. Für das Oberrheingebiet ist eine im überregionalen Vergleich überdurchschnittliche Zunahme klimatischer Extreme und Risiken zu erwarten, wie beispielsweise häufiger auftretende und länger anhaltende Sommerhitze und Trockenheit. Andere Gebiete Baden-Württembergs, wie beispielsweise der Hochschwarzwald sehen sich in jüngster Zeit in zunehmendem Maße mit Sommertrockenheit und wärmeren Wintern konfrontiert, die bestehende Systeme der Wasserversorgung, aber auch Strategien zur Tourismusentwicklung in Frage stellen. Eine wachsende Anzahl von Akteuren setzt sich daher mit Fragen der Klimawandelanpassung auseinander, die sich in teils reaktiven, teils antizipierenden Maßnahmen widerspiegeln.
Im Spannungsfeld zwischen der bewussten und unbewussten Veränderung individueller Alltagspraktiken (z.B. im beruflichen Umfeld, im individuellen Freizeitverhalten) einerseits und der zunehmenden Verstetigung und Institutionalisierung von Anpassung als Verwaltungs- und Managementprozess (z.B. in der Stadt- und Regionalplanung, im betrieblichen Risikomanagement) eröffnen sich neue, äußerst dynamische Handlungsspielräume, die von Akteuren mit oft sehr unterschiedlichen Interessen besetzt und ausgestaltet werden. So gewinnen beispielsweise gängige Diskurse und Planungsansätze zur Nachverdichtung von Innenstädten vor dem Hintergrund sich häufender Hitzewellen eine neue Dimension, während bestehende Nutzungs- und Zielkonflikte im Zusammenhang mit Anpassungsfragen u.U. neu dynamisiert werden – beispielsweise langwährende Konflikte zwischen Naturschutz und Wintersport-Tourismus vor dem Hintergrund rückläufiger Schneesicherheit im Hochschwarzwald. Klimawandelanpassung wird dabei selbst zum Politikum, da ihre Zielsetzung nicht wertneutral gegeben ist, sondern verhandelt werden muss. Baden-Württemberg stellt in dieser Hinsicht ein äußerst interessantes Untersuchungsgebiet dar: Risiken des Klimawandels rücken zusehends – wenngleich noch eher punktuell – ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, was auf unterschiedlichen gesellschaftlichen und räumlich-administrativen Ebenen zusätzlichen Handlungsdruck und neue Planungsbedarfe erzeugt.

Die Humangeographie kann hier mittels handlungsorientierter, transdisziplinärer Forschung

  • einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis der Handlungsmöglichkeiten und -grenzen unterschiedlicher Akteure hinsichtlich Klimaanpassung leisten;
  • in enger Zusammenarbeit mit Akteuren bzw. Akteursgruppen bestehendes Wissen erweitern und potenzielle Handlungsstrategien koproduzieren; und
  • somit zur einer konstruktiven und effektiven Bearbeitung von Anpassungsfragen beitragen.


Inhalte und Ablauf

Ziel der Projektstudie ist es, Risikowahrnehmungen und Handlungsspielräume im Zusammenhang mit Klimaanpassung anhand von ausgewählten Beispielen problemorientiert zu beleuchten. Die Studierenden werden zunächst dazu angeleitet, Klimaanpassung als sozialräumliches und in die Zukunft gerichtetes Handlungsfeld theoretisch-konzeptionell erfassen. In einem weiteren Schritt werden die Studierenden in Kleingruppen unterschiedliche Akteursgruppen und Problemstellungen im Untersuchungsgebiet kennenlernen, Forschungsfragen erarbeiten und eigenständige empirische Forschungsprojekte entwickeln und durchführen. In methodischer Hinsicht stehen qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung im Vordergrund. Soweit möglich sollen auch transdisziplinär ausgerichteten Methoden zum Einsatz kommen, z.B. durch die gemeinsame Identifizierung und Ausarbeitung konkreter Handlungsmöglichkeiten mit Akteuren mittels Methoden der partizipativen Aktionsforschung. Dabei kann auf Kontakte zur Akteuren sowie Ergebnisse der Projektstudie 2019 zurückgegriffen werden. Sämtliche Ergebnisse und die Umsetzung der Projektstudie werden im Rahmen eines Forschungsberichts und durch reflexive Beiträge dokumentiert und aufgearbeitet. Die Teilnehmer*Innen der Projektstudien werden sich bereits im ersten Quartal 2020 im Rahmen einer Einführungsveranstaltung erstmals treffen. Zum Ende des Sommersemesters 2020 wird ein dreiwöchiges Blockmodul (Block 5, 20.7. – 7.8.2020) stattfinden, in dem die einschlägige Forschungsliteratur und methodische Kenntnisse der qualitativen und partizipativen Sozialforschung sowie transdisziplinärer Ansätze erarbeitet werden. Dabei werden die Studierenden in Kleingruppen inhaltliche und methodische Schwerpunkte und Schritte ausarbeiten, die sie dann im Rahmen einer Feldforschungsphase im August/September in Baden-Württemberg umsetzen werden. Im Rahmen eines Auswertungsseminars im Zeitraum 28.9. – 9.10. 2020 werden weitere Kenntnisse zur Datenanalyse und -interpretation vermittelt. Diese empirische und analytische Arbeit bildet die eigentliche Kernphase der Projektstudie, die von den einzelnen Gruppen im Rahmen der genannten Zeiträume flexibel gestaltet werden kann. Vor Ort werden die Studierenden überwiegend in Kleingruppen und eigenständig mit unterschiedlichen Akteuren bzw. Akteursgruppen und unter Einsatz der erlernten Methoden zusammenarbeiten und Analysen in ausgewählten Orten durchführen und dokumentieren. Im Wintersemester 2020/2021 wird die Analyse und Dokumentation der Arbeiten weiter ausgearbeitet und abschließend präsentiert.

Kosten

Die voraussichtlichen Kosten für die Projektstudie (Fahrt- und Übernachtungskosten) werden sich auf ca. 200 EUR pro Person belaufen. Eine genaue Kostenübersicht erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Stand: 27.11.2019

Laufende Projektstudie Option B

Klimavulnerabilität und Anpassungsfähigkeit von Unternehmen in der trinationalen Metropolregion Oberrhein (TMO) - Internationale Projektstudie

Prof. Dr. Rüdiger Glaser, Nicolas Scholze, Nils Riach, Michael Kahle



Thematische Schwerpunkte

Die trinationale Metropolregion Oberrhein mit den städtischen Zentren Basel, Freiburg, Karlsruhe, Straßburg und Mulhouse ist vom Klimawandel besonders betroffen. Die Temperaturzunahme liegt über dem globalen Durchschnitt und geht mit einer verstärkten Hitzebelastung einher. Dazu nehmen die Winterniederschläge zu, was zu einer Verschärfung der Hochwassergefahr führt. Im Gegensatz dazu rechnet man mit verlängerten und intensiveren sommerlichen Dürrephasen sowie einer Zunahme von Starkregenereignissen, die örtlich zu schweren Schäden führen können. Weitere Veränderungen betreffen die Schneedeckendauer in den höheren Lagen der umrahmenden Mittelgebirge mit Auswirkungen auf den Wintertourismus, sowie die Frage der zukünftigen Entwicklung schwerer Orkane. In dem ersten internationalen Forschungsprojekt Climability wurden die klimatischen Stressoren analysiert und regional differenziert kartographisch umgesetzt. Des Weiteren konnten für verschiedene Branchen konkrete Wirkpfade und Wirkzusammenhänge abgeleitet werden. Schwerpunkte bildeten Unternehmen der Logistik, des Tourismus, der Agrarwirtschaft und des Metallbaus. Abschließend wurde die Klimavulnerabilität von Kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) kartographisch umgesetzt.

Inhalte und Ablauf

Im Mittelpunkt der neuen Projektstudie, die durch das INTERREG Forschungsprojekt Climability Design mit 13 Einrichtungen hinterlegt ist, steht die Frage, wie die Anpassungskapazität von KMUs in der Metropolregion verbessert werden kann. Dazu werden in enger Kooperation mit den anderen Forschungseinrichtungen und Planungsbehörden entsprechende Konzepte abgeleitet, Untersuchungen durchgeführt und neue Formen von digital gestützten Analysetools und Kommunikationsformen entwickelt. Im Mittelpunkt stehen dabei Risikoansätze, Pfadanalysen sowie neue Kommunikationsformen.
Zum Einsatz kommen Messverfahren zur thermischen Belastung, die von der Professur für Umweltmeteorologie und dem Deutschen Wetterdienst umgesetzt werden, Befragungen und Aspekte der empirischen Sozialforschung, ebenso auch digitale Verfahren der Wissenssicherung und Kommunikation, beispielsweise über interaktive Bewertungstools, wie sie schon im ersten Teil des Vorhabens entwickelt wurden.
Die Projektstudie umfasst neben einer inhaltlichen Einführung in das Projekt Exkursionen zu ausgesuchten Schauplätzen der regionalen Klimavulnerabilität. Die Studierenden bearbeiten in 2er oder 3er-Teams ein definiertes Thema aus dem Bereich Klimavulnerabilität bzw. Klimaanpassung, das eng an das laufende Forschungsvorhaben angebunden ist und aus dem erwähnten Methodenspektrum schöpft.

Schwerpunkte sind:

  • Entwicklung von geeigneten Kommunikationsformen zur (unternehmensinternen) Kommunikation von Klimarisiken; Experimentieren mit verschiedenen Formaten (Kurzvideos, online-Tools zur Klimavulnerabilitätsanalyse, Flyer, Arbeitsanweisungen, etc.) – in Kooperation mit Prof. D. Fetzner (Hochschule Offenburg)
  • Mitarbeit beim Aufbau und der Durchführung von bioklimatischen Messungen zur Evaluation von thermischen Belastungen an Arbeitsplätzen, v.a. Hitzewellen – Koordination Prof. A. Christen (Professur für Umweltmeteorologie)
  • Ableitung von standardisierten Handlungsempfehlungen aus Klimavulnerabilitätsanalysen und Integration in bestehende Tools wie den „Climate Inspector“ (https://gis.clim-ability.eu/)
  • Erweiterung bestehender, quantitativer Klimavulnerabilitätsanalysen, z. B. durch Integration von Starkregenkarten, historischen Daten zu Extremereignissen, betroffener Bevölkerung, Integration von Bevölkerungsszenarien, etc. – Umsetzung mit Hilfe von GIS

Qualifikations- und Lernziele:

  • Ableitung eines Analyserahmens aus den methodischen und methodologischen Diskursen zum Klimarisiko, insbesondere zur Klimavulnerabilität und praxisnahen Anpassungskapazitäten,
  • Analyse der praxisnahen regionalen Klimavulnerabilität und Anpassungskapazität in der Region Oberrhein,
  • Mitarbeit in einem aktuellen internationalen Forschungsvorhaben
  • Breites Methodenspektrum: Je nach gewähltem Thema werden unterschiedliche methodische Kompetenzen erworben und vertieft: Ableitung eines Analyserahmens, didaktische Kompetenzen in der Klimakommunikation, statistische Auswertung klimatologischer Messungen, Abbildung und kartographische Visualisierung von Daten und Informationen in einem GIS, trinationale Datenrecherche und Evaluation, Experteninterviews, empirische Sozialforschung, teilnehmende Beobachtung
  • Exkursion zu ausgesuchten Schauplätzen, Vor-Ort Analyse
  • Transkultureller Diskurs zu kulturellen Prägungen, Wahrnehmungen und Umsetzungen in drei benachbarten transnationalen Situationen
  • Stärkung regionaler Kompetenz


Zeitrahmen:

Die Teilnehmenden werden Ende des Sommersemesters 2020 ein dreiwöchiges Blockmodul (Block 5 Mitte September KW30-32) absolvieren. Die erste Woche dient der Einführung und konzeptionellen Orientierung. Dazu werden in Eintagesexkursionen verschiedene Institutionen und Schauplätze aufgesucht. In der zweiten Woche werden die Aufgaben spezifiziert und entsprechende Analyserahmen definiert. In der dritten Woche sollen diese in ersten Testläufen überprüft werden. Die konkrete Umsetzung bzw. „Feldarbeit“ erfolgt dann in eigener flexibler Zeitplanung mit den KMUs bis zum Wintersemester hin – konkret Interviews mit KMUs, Umsetzung der Messkampagne etc.. Fakultativ werden Sprechstunden der einzelnen Arbeitsgruppen stattfinden. Eine abschließende Präsentation erfolgt dann zum Ende der Vorlesungszeit des Wintersemesters 2020-21 im Februar, die schriftliche Fassung ist bis zum 31.3.2021 abzugeben.

Kosten

Die voraussichtlichen Kosten für die Projektstudie (Fahrt- und Exkursionskosten) werden sich auf ca. 200 EUR pro Person belaufen.

Vergangene Projektstudien

2019: Akteursbezogene Anpassung an den Klimawandel. Prof. Dr. Hartmut Fünfgeld (Option A)

Die Projektstudie „Akteursbezogene Anpassung an den Klimawandel“ befasst sich mit experimentellen wie auch verstetigten Handlungsstrategien zur Anpassung an den Klimawandel in der Region südlicher Oberrhein/Südschwarzwald. Für das südliche Oberrheingebiet ist eine im überregionalen Vergleich überdurchschnittliche Zunahme klimatischer Extreme und Risiken zu erwarten... pdf

Foto: Uferlinie eines austrocknenden Gewässers | Bildquelle: seelikefinn

2019: Touristifizierung in Barcelona. Prof. Dr. Tim Freytag und Clara Kramer (Option B)

Inhaltlich beschäftigt sich die „Projektstudie Barcelona“ mit Fragestellungen und Herausforderungen der fortschreitenden Touristifizierung urbaner Räume. In den vergangenen beiden Jahrzehnten hat Barcelona einen starken Anstieg des Tourismusaufkommens erfahren. Neben den wirtschaftlichen Auswirkungen hat das Wachstum... pdf

Foto: Touristische Souvenirs als Massenware in Barcelona | Bildquelle: Karsten Kurowski

2018: Politische Ökologie agrarischer Praktiken – Landwirtschaft zwischen globalen Einflüssen, nationalen Interessen und lokalen Gegebenheiten. Prof. Dr. Annika Mattissek (Option A)

Klimawandel, Ernährungssicherung und Naturschutz: landwirtschaftliche Praktiken sind untrennbar mit einigen der größten Herausforderungen im Kontext des globalen Wandels verknüpft. Sie stehen dabei im Spannungsfeld unterschiedlicher, oft widerstreitender politischer Zielvorstellungen und gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse und sind zudem untrennbar mit physischen Gegebenheiten und damit auch mit Fragen der ökologischen Nachhaltigkeit verknüpft.... pdf

Foto: Hoftor mit Plakatierung "Wir machen Blütenträume wahr" und Direktvermarktung | Bildquelle: Annika Mattissek

2018: Hitze, Trockenheit und Dürren im sozial-ökologischen Kontext der Mittelbreiten und im ariden Südwesten Nordamerikas. Prof. Dr. Rüdiger Glaser, Rafael Hologa, Michael Kahle, Mathilde Erfurt (Option B)

Hitze, Trockenheit und Dürren sind extreme und daher selten auftretende Ereignisse, welche komplexe Auswirkungen auf die sozial-ökologischen Systeme haben und mit diesen interagieren. Für viele Regionen der Erde werden solche Ereignisse im Rahmen des Klimawandels zukünftig als häufiger auftretende Phänomene prognostiziert, so auch für Baden-Württemberg oder den ariden Südwesten der USA.... pdf

Foto: Kontakt mit Landschafts- und Stadtplanern in Tucson unter einem neu konzipierten Sonnenschutz | Bildquelle: Rüdiger Glaser

2017: Klimavulnerabilität in der trinationalen Region Oberrhein. Prof. Dr. Rüdiger Glaser, Nico Scholze, Michael Kahle

Die trinationale Region Oberrhein mit den städtischen Zentren Basel, Freiburg, Karlsruhe, Straßburg, Mulhouse mit insgesamt fast 6 Mio Einwohnern und einer Wirtschaftskraft von 175 Mrd. EUR steht im Rahmen des Klimawandels im besonderen Fokus. Bereits nachweisbar ist eine Zunahme der... pdf

Foto: Besuch beim CCI in Strasbourg, einer der Projektpartner in Climability, vergleichbar der IHK. Hier informierte sich die Gruppe über die spezifische Sichtweise dieser Einrichtung und deren Erwartungen innerhalb des Projektes. | Bildquelle: Rüdiger Glaser

2016: Transition towns und nachhaltige Stadtentwicklung in Massachusetts (USA). Prof. Dr. Tim Freytag, Dr. Samuel Mössner

Inhaltlich beschäftigt sich die Projektstudie mit Fragestellungen der nachhaltigen Stadtentwicklung in den USA und Deutschland. Im Vordergrund wissenschaftlicher Untersuchungen zu Transition-Towns stehen Fragen nach den sozialen, politischen und ökonomischen Dimensionen im Kontext einer kritisch inspirierten Stadtforschung. Wir identifizieren die konkreten Strukturen und Prozesse vor Ort ... pdf

Foto: Studierende führten teilnehmende Beobachtungen bei dem Community-Center Stone Soup durch und beteiligten sich insbesondere auch bei der offenen Fahrradwerkstatt „Earn-a-bike“ | Bildquelle: Lilith Kuhn

2015: Klimawandel – Risikobewertung und Anpassungsstrategien in langfristiger Perspektive. Prof. Dr. Rüdiger Glaser

In der Projektstudie „Klimawandel – Risikobewertung und Anpassungsstrategien in langfristiger Perspektive“ werden die grundlegenden Fakten zur Analyse raum-zeitlicher Strukturen des Klimawandels im Kontext von Risikobewertung und Anpassungsmaßnahmen unter Einbeziehung der historischen Perspektive behandelt. Ausgehend von.... pdf

Foto: Nachhaltiges und hitzeangepasstes ENR2 BUILDING auf dem Campus der Universität von Arizona. Das Gebäude ist einem natürlichen Canyon nachempfunden und nutzt u.a. die Abschattung zur Kühlung aus. | Bildquelle: Rüdiger Glaser