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Transformationsforschung

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Wirkungen von Transformationsprozessen auf traditionelle Gesellschaften im peripheren ländlichen Raum: Das Beispiel der Semejskie-Altgläubigen in Südburjatien (Ostsibirien)

Projektbeschreibung

Ziel des Projektes ist es damit, in erster Linie einen Beitrag zum tieferen Verständnis der Prozesse des Wandels im ländlichen Raum in Rußland zu liefern, um das anfangs genannte Defizit der Transformationsforschung etwas auszugleichen. Die Auswirkungen des Transformationsprozesses auf die ländliche Bevölkerung, auf deren Sozialgefüge, Gesellschaftsstruktur, räumliche Zusammensetzung, Mobilität und vor allem auf deren kulturelles Wertesystem und traditionelles Denken sind auch für den Entwurf von Zukunftsperspektiven in Bezug auf die Entwicklung ländlicher Gebiete in Rußland von Bedeutung. Sie gewinnen sogar derzeit – bedingt durch desintegrative Prozesse auf der nationalen Ebene – an Relevanz, weil regionale und lokale Bindungen an die Stelle gesamtstaatlicher Integration treten müssen. Dies beeinflußt wiederum alltägliches raumbezogenes Handeln. Zugleich zielt das Projekt darauf ab, unsere Kenntnisse von Ablauf und Folgen der Transformationsprozesse im ländlichen Raum Sibiriens unter den spezifischen Rahmenbedingungen (a) des institutionellen und rechtlichen Rahmens in Rußland und (b) der regionalen Umsetzung in einem ethnisch geprägten Teilraum zu erweitern. Eine theoretische Fundierung erhält das Projekt aus Überlegungen zur Mehrdimensionalität des Transformationsprozesses und aus der Verschneidung der verschiedenen Maßstabsebenen der Betrachtung. Hier bestehen bisher Defizite bei der Umsetzung der meist im Bereich von Sozial- und Wirtschaftswissenschaften angesiedelten Ansätze zu einer Transformationstheorie und den Erklärungsmustern auf der lokalen und individuellen Ebene. Bei der Durchführung des Projektes wird daher eine interdisziplinäre Forschung im Grenzbereich zwischen sozialwissenschaftlich geprägter Kulturgeographie und Ethnologie angestrebt, da nur mit den Methoden aus beiden Wissenschaftszweigen das Problemfeld umfassend beleuchtet werden kann. Neben dem eingehenden Studium und der Auswertung der in Deutschland verfügbaren Literatur sollen zwei Feldforschungsaufenthalte in den südlichen Landkreisen (Rajonen) der Republik Burjatien und deren Auswertung den Schwerpunkt des Projektes bilden. Methodisch werden mehrere sich ergänzende Vorgehensweisen für die Feldforschung angestrebt, die u.a. Archivarbeit (Auswertung von Dokumenten diverser regionaler Archive), Kartierungen und insbesondere Interviews mit Einwohnern mehrerer Gemeinden, sowie Erfassungen über standardisierte Fragebögen einschließen. Die verbleibende Zeit zwischen und nach den Feldforschungsaufenthalten soll ggf. zur Modifikation von Interview-Leitfäden, vor allem aber zur Auswertung erster Daten genutzt werden und der endgültigen Auswertung des Materials und der Niederschrift der Ergebnisse dienen.

Projektleitung

Stadelbauer J

Ansprechpartner

Prof. Dr. Jörg Stadelbauer
Tel.: 0761 203 3577
Email: joerg.stadelbauer@geographie.uni-freiburg.de

Laufzeit

01.07.2000 bis 30.09.2003

Publikationen
Originalarbeiten in wissenschaftlichen Fachzeitschriften
  • Stadelbauer J: Räumliche Transformationsprozesse und Aufgaben geographischer Transformations-forschung. Europa regional, 2000; 8 (3/4) : 60-71

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