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Städte und Metropolregionen

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Urbane Konflikte und Proteste. Das Beispiel Barcelona.

Projektbeschreibung

Spätestens seit den Massenprotesten, die als „Occupy-Bewegung“ und „Arabischer Frühling“ bekannt geworden sind, ist das Thema Protest wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Präsent sind dabei nicht nur Proteste für mehr Demokratie und gegen den „Finanzmarktkapitalismus“, sondern auch solche, die sich gegen städtebauliche Großprojekte wie Stuttgart 21 oder Eurovegas in Barcelona richten. Entsprechend ist auch in der Wissenschaft das Thema „Protest“ nicht mehr nur in der Bewegungsforschung relevant, sondern gewinnt zunehmend auch in der (geographischen) Stadtforschung an Bedeutung (u.a. Belina et al. 2011; Harvey 2008; Holm 2010; Janoschka und Sequera 2012; Mayer 2010; McCann 1999). Der Stadt selbst wird dabei häufig eine besondere Rolle als ein Ort spezifischer urbaner, sozialer Bewegungen zugeschrieben (Belina et al. 2011, S. 11). Mit der historischen Entwicklung der Städte, haben sich die Bedingungen für solche urbanen Proteste verändert. Die international in vielen Städten stattfindenden Neoliberalisierungs- und Globalisierungsprozesse stellen einen spezifischen Kontext für Proteste dar (Birke 2011; Mayer 2010). Zum einen wird die Neoliberalisierung der Städte selbst zum Objekt der Widerstände. Dabei werden neue Themen und neue Forderungen relevant, wie beispielsweise die der „Recht auf Stadt“-Bewegungen. Zum anderen haben sich auch die Möglichkeiten, innerhalb denen Protest sich ausgestaltet, verändert: Nicht nur Städte gelten heute als globalisiert, auch die Protestbewegungen sind global vernetzt und Protestakteure weltweit interagieren miteinander. Inhalte und Praktiken werden von anderen Orten übernommen und lokal angepasst. Konzeptionell nähert sich das Projekt mittels unterschiedlicher Theorien der politischen Philosophie wie auch der geographischen Stadtforschung an die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Protest und Demokratie an. Vor dieser theoretischen Grundlage werden mehrere Fallbeispiele für Proteste in Barcelona empirisch untersucht. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie sich unter den oben beschriebenen neuen Bedingungen urbaner Protest konkret darstellt und welche Rolle er für die Gestaltung der Stadt spielt. Zentrale Fragen sind dabei: Welches Verständnis von Demokratie herrscht in den Protestbewegungen vor? Woher kommen solche Vorstellungen? Und können Proteste zur Demokratisierung und (Re)Politisierung von Stadtpolitik beitragen? Auf einer reflexiven Ebene rückt dabei die Frage in den Blick, wie Protest eigentlich zu verstehen und zu erforschen ist.

Projektleitung

Gomes de Matos C

Ansprechpartner

Catarina Gomes de Matos
Tel.: 0761 203 3564
Email: catarina.matos@geographie.uni-freiburg.de

Laufzeit

29.08.2012 bis 29.08.2015

Webseite

http://www.geographie.uni-freiburg.de/ikg/mitarb/matos_c

Finanzierung

Finanzierung des Forschungsaufenthalts über den DAAD

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