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Regionalisierung und polyzentrale Stadtregionen

Projektbeschreibung

In dem Projekt „Regionalisierung und polyzentrale Stadtregionen“ wird der Einfluss von Verlagerungen von Wirtschaftsstandorten auf Stadt-Umland-Relationen untersucht. Es wird angenommen, dass die Globalisierung nicht nur die Abwicklung der ökonomischen Prozesse selbst verändert, sondern auch die Standorte, welche für die Abwicklung dieser Prozesse wichtig sind. Die große Bedeutung von spezifischem Wissen für die Steuerung und Kontrolle globaler Produktionsprozesse führt zu einer Bedeutungszunahme von Standorten, an denen dieses Wissen produziert werden kann. Es wird angenommen, dass dies zu Veränderungen in den Beziehungen zwischen Stadt und Umland führt. In den letzten Jahrzehnten ist das vormals hierarchische Verständnis von Beziehung zwischen Städten und ihrem Umland durch die Annahme einer Netzwerkstruktur ersetzt worden. Im Zusammenhang mit dieser Weiterentwicklung wird die Entstehung polyzentraler Netzwerkstrukturen in Stadtregionen identifiziert. Auf der Grundlage unterschiedlicher Datenquellen (organisationale Unternehmensnetzwerke, Pendlerdaten und Beschäftigtendaten) wird in diesem Projekt analysiert, inwieweit die Herausbildung polyzentraler Stadtregionen im deutschen Städtesystem beobachtet werden kann und welche Zentren in den Regionen – neben den traditionellen Kernstädten – sich zu neuen ökonomischen Zentren entwickeln und Ankerpunkte für Prozesse der Regionalisierung werden. Im Fokus des Projektes stehen wissensintensive Dienstleistungen. Eigentlich führen hohe Transaktionskosten bei Erstellung und Austausch des ökonomischen Gutes Wissen zu einer starken zentrenaffinität wissensintensiver Dienstleister. Hohe Dichte in Agglomerationsräumen vereinfacht in den Austausch von Wissen und reduziert die Kosten für Wissensaustausch und Produktion wissensintensiver Dienstleistungen. Die starke Zunahme wissensintensiver Dienstleister in Deutschland in den letzten Jahren führt jedoch auch zu einer Verlagerung dieser Aktivitäten in das Umland großer Städte. Im Gegensatz zu Suburbanisierungsprozessen des Einzelhandels oder des warenproduzierenden Gewerbes sind bei der Verlagerung von wissensintensiver Dienstleistung in das regionale Umland somit weniger Standorte „auf der grünen Wiese“ interessant. Vielmehr müssen Standorte gefunden werden die neben den Vorteilen von Umlandstandorten, wie günstigen Grundpreisen und Mieten oder – insb. in Agglomerationen mit einem hohen Entwicklungsdruck – überhaupt die Verfügbarkeit von Grundstücken und Immobilien, auch das Bedürfnis wissensintensiver Dienstleistungen nach möglichst geringen Transaktionskosten erfüllen. Die Ergebnisse zeigen, dass - trotz einer Affinität dieser Tätigkeiten für hochverdichtete Räume – auch Regionalisierungsprozesse für wissensintensive Dienstleistungen beobachtet werden können. Aufgrund der großen Bedeutung von Transaktionskosten für diese Tätigkeiten kann jedoch vor allem eine Verlagerung in Umlandstädte festgestellt werden und keine Verlagerung wissensintensiver Dienstleistungen in das periphere oder suburbane Umland.

Projektleitung

Growe A

Ansprechpartner

Anna Growe
Tel.: +49 (0)761 203-97874
Email: anna.growe@geographie.uni-freiburg.de

Laufzeit

01.06.2012 bis 31.05.2013

Finanzierung

Neue Universitätsstiftung Freiburg (NUS)

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