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Wissenschaftliche Projekte und Forschungsvorhaben

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Ressourcenkonflikte im Spannungsfeld von globalem Klimaschutz und lokaler Nutzung – Auswirkungen der globalen Diskurse um Klimawandel und REDD+ auf Praktiken der Waldnutzung in Thailand (Margarete von Wrangell Habilitationsstipendium, 2009-2014)

Projektbeschreibung

Im Zuge des globalen Klimawandels und der damit verbundenen politischen Aushandlungsprozesse werden herkömmliche Formen der Ressourcennutzung vielerorts neu bewertet. Stand bisher vor allem die ökonomisch gewinnbringende Ausbeutung von Ressourcen im Zentrum des Interesses, so zeichnet sich nun in manchen Segmenten ein fast gegenteiliger Trend ab, nämlich ein zunehmendes Interesse der Weltgemeinschaft an der Nicht-Nutzung natürlicher Ressourcen, sofern dadurch CO2-Emissionen eingespart werden können. Ein solches Interesse verlangt völlig neue Formen der Steuerung und veränderte Formen von Anreizsystemen, die sich derzeit in einer internationalen Entwicklungs- und Erprobungsphase befinden. Besonders deutlich zeigen sich solche neuen Betrachtungsweisen und diskursiven Verschiebung derzeit am Beispiel von REDD+, einem auf der internationalen Ebene diskutierten Mechanismus zur Reduktion von CO2-Emissionen durch die Verhinderung von Abholzung und Walddegradation. Wenngleich diese globalen Steuerungsmechanismen sich derzeit noch in der Erprobungsphase befinden und Gegenstand intensiver Debatten sind, führen die darin angelegten diskursiven Verschiebungen im Verständnis von Waldressourcen und Waldnutzungspraktiken bereits heute zu tiefgreifenden Veränderungen. Lokal genutzte Waldressourcen werden nun zunehmend nicht mehr nur als Teil der Lebens- und Erwerbsgrundlagen der lokalen Bevölkerung angesehen, sondern ihnen wird ein (virtueller) Geldwert zugewiesen, wodurch neue Begehrlichkeiten auf unterschiedlichen Maßstabsebenen ebenso entstehen wie neue Praktiken des Zugriffs und der Kontrolle. Auf der empirischen Ebene untersucht das Projekt die Auswirkungen dieser Prozesse am Beispiel von Thailand. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die veränderten Normen und Wahrnehmungen auf die in Thailand schon lange bestehenden Konfliktlagen um Wälder, Waldnutzung und Waldschutz auswirken, welche neuen Praktiken der Ressourcennutzung dadurch entstehen und wie sich Legitimationsmuster für bestehende Praktiken verändern bzw. diese hinterfragt und verändert werden.

Projektleitung

Mattissek A

Ansprechpartner

Prof. Dr. Annika Mattissek
Email: annika.mattissek@geographie.uni-freiburg.de

Laufzeit

01.03.2009 bis 31.10.2014

Finanzierung

Ministerium für Wissenschaft und Forschung Baden-Württemberg; Europäischer Sozialfond (Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm für Frauen)

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