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Freiburger Geographische Hefte, Heft 64

Sudhaus, Dirk (2005): Paläoökologische Untersuchungen zur spätglazialen und holozänen Landschaftsgeschichte des Ostschwarzwaldes im Vergleich mit den Buntsandsteinvogesen


Jeweils für die Baar und die Nordvogesen konnte erstmals ein modernes, 14C-datiertes Pollen­diagramm erstellt werden. Dabei wurde auf der Baar ein Zeitraum vom Spätglazial bis ins Sub­boreal und der jüngste Teil des Subatlantikums erfasst, während von den Nordvogesen ein Pro­fil vom Atlantikum bis in das Subatlantikum vorliegt. Eine zusammenfassende Waldgeschichte dieser Untersuchungsgebiete ist jeweils in den Kapiteln 7.1 und 7.2 dargestellt.

Anhand der pollenanalytischen Ergebnisse war es möglich, für das Plattenmoos auf der Baar die Moorentwicklung umfassend zu beschreiben. Direkte menschliche Eingriffe auf der Baar konnten für den erhaltenen Abschnitt des Subatlantikums nachgewiesen werden. Aus­wirkungen von menschlichem Wirken ab dem Präboreal werden diskutiert. Zunächst kann der Mensch die massiv auftretenden Waldbrände gefördert haben. Die Ausbreitung der Fichte ab dem Atlantikum kann anthropogene Ursachen haben. Für die Donon-Gruppe in den Nordvogesen konnten Landnutzungsphasen ausgegliedert werden. Die Landnutzung begann im Jungneolithikum, ist im Endneolithikum unterbrochen und ab der Bronzezeit kontinuierlich bis heute nachweisbar. Die massivsten Eingriffe in die Landschaft fanden im Spätmittelalter und in der Neuzeit, der Zeit des Eisenerzbergbaus, statt.

Beide Untersuchungsgebiete waren im jungen Subboreal mit einem Tannen-Buchen-Mischwald bestanden. In historischer Zeit haben sich die Nadelbäume stark ausgebreitet. In der angege­benen potentiell natürlichen Vegetation dominieren jeweils die Nadelhölzer.

Es wurde detailliert auf die Unterschiede der Entwicklung des Eichenmischwaldes bis in das Atlanikum im Untersuchungsraum Schwarzwald und Vogesen eingegangen. Die Reihenfolge der Einwanderung und Ausbreitung der EMW-Arten ist weitgehend die gleiche. Als erstes Ulme, dann Eiche, Linde, Esche und zuletzt Ahorn. Ulme und Ahorn breiten sich hauptsächlich in den hohen Lagen aus, Linde offensichtlich in den mittleren Lagen. Der Verlauf der Aus­breitung auf der West- und Ostabdachung ist unterschiedlich. Das Oberrheintiefland zeigt eine eigene Entwicklung.

Es konnte eine sehr frühe Einwanderung der Fichte auf die Baar nachgewiesen werden. Sie wandert dort früher ein als bisher aus den umliegenden Gebieten bekannt ist. Es wird ein möglicher östlicher Einwanderungsweg der Fichte auf die Baar diskutiert.

 

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